Renaturierung der Moore im Nationalpark Jasmund

Wasser für die Moore

Über 100 Moore gibt es im Nationalpark. Moore brauchen viel Wasser zum Wachsen. Die meisten Moore des Jasmunds wurden in der Vergangenheit für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Damit veränderte sich der Wasserhaushalt gravierend und seltene Tier- und Pflanzenarten der Moore verschwanden. Auf dem Weg zu Mooren mit genügend Wasser als Lebensraum seltener Arten sind Initialmaßnahmen notwendig.

Sumpfschwertlilie im Moor © Jürgen Reich
Der sumpfige Übergang zwischen Land und Wasser ist das Reich der Sumpfschwertlilie.
Der sumpfige Übergang zwischen Land und Wasser ist das Reich der Sumpfschwertlilie.
© Foto: Ingolf Stodian
Viel Handarbeit ist nötig, um dauerhaft ausreichend Wasser im Moor zurückhalten zu können.
Viel Handarbeit ist nötig, um dauerhaft ausreichend Wasser im Moor zurückhalten zu können.
Moor im Buchenwald im Nationalpark Jasmund © I. Stodian
Morre entstehen in den Senken der hügeligen Landschaft, dort, wo im Untergrund Kreide oder Lehm das Wasser anstauen.
Morre entstehen in den Senken der hügeligen Landschaft, dort, wo im Untergrund Kreide oder Lehm das Wasser anstauen.

Reich der 100 Moore

Die besondere geologische Situation mit der aufgestauchten, wasserstauenden Kreide im Untergrund  bedingte die Bildung der etwa 100 Moore des Jasmunds. Das breite Spektrum der Moortypen umfasst Quell-, Durchströmungs-, Kessel- und Versumpfungsmoore. Die Moore sind im Durchschnitt rund einen Hektar groß.

Die lange Geschichte der Nutzung

Die meisten Moore im Nationalpark Jasmund wurden in den letzten Jahrhunderten nutzbar gemacht, zuletzt durch eine Komplexmelioration ab den 1960er Jahren. Dadurch wurde gravierend in den Wasserhaushalt der Moore eingegriffen. Typische Tier- und Pflanzenarten der Moore verschwanden.

Zurück zum natürlichen Wasserhaushalt

Seit vielen Jahren wird durch gezielte Moorrenaturierungen die künstliche Entwässerung der Moore und Feuchtgebiete wieder aufgehoben. An den Auslaufgräben der Kesselmoore entstanden Staue, die das gesamte Wasser zurückhalten. Schwieriger gestaltet sich der Wasserrückhalt in Durchströmungsmooren. Diese befinden sich oft an einer Hanglage. Hier müssen Grabenverbaue errichtet werden, damit der Überschuss des Wassers abfließen kann.

Um die Moorflächen nicht mit Technik zu befahren und damit nachhaltig zu schädigen, erfolgen die Arbeiten von Hand. Große Unterstützung bei dieser Aufgabe erhält das Nationalparkamt dabei durch Bergwaldprojekt e. V.  und die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Bei dieser Art der Renaturierung wird in den Gräben ein „Pfropfen“ aus Sägespänen und Holzhackschnitzel eingebaut, welcher aufquillt und wie ein Tropffilter Wasser durchlässt. Diese Wasserdurchlässigkeit ist ähnlich der des natürlichen Torfkörpers in der Moorfläche. Das Holz entstammt überwiegend aus der Verkehrssicherung und dem Waldumbau im Nationalpark.

Im Ergebnis wurde der Wasserstand im Torfkörper der renaturierten Moore wieder angehoben und damit die Zersetzung des Torfes und die Zerstörung der Moore gestoppt.