„Das wilde Uff und die Junior Ranger“

Kinder drehen eine Dokumentation über ihren Nationalpark Jasmund

Wer in der Zeit vom 16. bis 25. August 2019 im Nationalpark unterwegs war, ist möglicherweise Zeuge eines ungewöhnlichen Bildes geworden: Kameras, Kabel, puschelige Mikrofone an langen Stangen – und dazu eine Gruppe Kinder, die wie professionelle Schauspieler auf Position gehen, ihre Szene spielen, Aufgang und Abgang machen und wieder auf Anfang gehen. Hintergrund dieser Filmaktion ist ein Filmcamp von der Medienwerkstatt Identity Films e.V. aus Stralsund. Kinder drehen einen Film für Kinder über den Nationalpark und stellen ihren Park vor.
Einen eigenen Dokumentarfilm drehen, das war eine ganz neue Erfahrung für die Kinder. Gemeinsam mit Medienpädagoge Stefan Koeck und Autor Michael Petrowitz arbeiteten sie zunächst das Skript aus. Michael Petrowitz hatte einen besonderen Gast im Gepäck: Das wilde Uff, ein 66 Millionen Jahre altes, blaues, haariges Wesen aus seiner Kinderbuchreihe rund um dessen Abenteuer. Schnell war klar: Die Kinder wollen Uff die Orte zeigen, die für sie den Nationalpark ausmachen.


Junior Ranger zusammen mit Stefan Koeck, Michael Petrowitz und Handpuppe Uff beim Dreh am Strand.
Foto Nationalparkamt Vorpommern

Nach dem Skript ging es an die Umsetzung. Die Kinder übernahmen dabei nicht nur die Rollen der Junior Ranger und Volunteer Ranger, sondern arbeiteten auch bei Ton und Kamera mit und bauten gemeinsam das Set auf. So konnten sie Medienkompetenzen erwerben, Hintergründe über den Nationalpark lernen und ihr Wissen direkt weitervermitteln. Bei Fragen zur Natur und Geschichte des Parks konnten sie sich an Christin Loll vom Nationalparkamt wenden, die das Filmcamp mit Unterstützung von Praktikantin Elena Heimann und Commerzbank-Umweltpraktikantin Judith Martin pädagogisch und organisatorisch betreute.
Der erste Drehort war direkt ein ganz besonderer: Ein Moor im Nationalpark, das vor kurzem renaturiert wurde. In der Szene erzählen die Kinder dem Uff von der wichtigen Funktion der Moore als CO2-Speicher. Andere Stellen, die die Kinder von ihrem Nationalpark zeigen wollten, waren das Wissower Ufer, an dem es um die Gefahren der Kreideküste mit ihrer Abbruchkante geht, ein Großsteingrab in der Nähe der Waldhalle und natürlich der Buchenwald mit seinen alten Buchen.
An der Jagdhütte wurde gemeinsam gegessen, in den Pausen gespielt und sich auf den nächsten Dreh vorbereitet. Gekocht wurde aus regionalen und biologischen Lebensmitteln, die der Verein Insel e.V. in Kransdorf zur Verfügung gestellt hat. Weiterhin gefördert wurde das Projekt von der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern, der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern und der RENN.nord.
Schließlich stand die große Filmpremiere an, zu der neben den Mitwirkenden auch die Eltern und Geschwister der Kinder eingeladen waren. Unter einem beeindruckenden Sternenhimmel mitten im Nationalpark wurde „Das wilde Uff bei den Junior-Rangern“ mit großer positiver Resonanz vorgeführt. Der Film wird auf der Homepage www.identityfilms.de zu sehen sein.

Sassnitz, 2. September 2019

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