Internationales Treffen mit UNESCO-Welterbe

Experten aus dem Ostseeraum

Der Nationalpark Jasmund, das Biospärenreservat Südost-Rügen und die Hansetstadt Stralsund waren vom 23. bis zum 25. April das Reiseziel einer internationalen Projektgruppe, die UNESCO-Welterbestätten an der Ostsee vereint. Die Akteure aus Kultur- und Naturerbestätten kooperieren in dem Projekt DUNC (Developement of UNESCO Natural and Cultural Assets), um Strategien und konkrete Produkte zur gemeinsamen nachhaltigen touristischen Entwicklung der Welterbestätten und ihrer Regionen zu erarbeiten. Das mit europäischen Mitteln finanzierte INTERREG-Projekt nutzen die 17 Vertreter aus Schweden, Litauen und Mecklenburg-Vorpommern intensiv, um ihre Erfahrungen auszutauschen.

Foto: Nationalparkamt Vorpommern
Projektteilnehmer aus Schweden, Litauen und Mecklenburg-Vorpommern mit Gastgeber, Marc Ehlers (Geschäftsführer Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL) auf dem Königsstuhl

Partner wie der Nationalpark Kurische Nehrung, die schwedischen Kommunen Karlskrona und Mörbylangs und die Europäische Küstenunion Deutschland sind länger in der Arbeitsgruppe dabei. Vor einem Jahr kamen Stralsund und Wismar, der Nationalpark Jasmund und das Biosphärenreservat Südost-Rügen dazu.

Katrin Bärwald, Dezernentin Nationalpark Vorpommern: „Wir freuen uns sehr, dass diese Projektpartnerschaft uns und die Hansestadt Stralsund näher zusammengebracht hat. Der Austausch mit dem Nationalpark Kurische Nehrung ist ebenfalls eine große Bereicherung. Wir haben sehr ähnliche infrastrukturelle Herausforderungen. Hier kann ein Austausch auf Augenhöhe wertvolle Verknüpfungspunkte entstehen lassen. Durch dieses EU-Projekt ist es nun möglich, dass wir uns gegenseitig besuchen, dass Umfragen gemacht werden können, dass wir mit den Partnern im baltischen Raum nachhaltigen Tourismus befördern können.” André Kretzschmar, Leiter der Tourismuszentrale Stralsund, betont: „Es geht in diesem Projekt nicht darum, wie wir mehr Gäste bekommen, sondern wie wir den Gästen, die da sind, das UNESCO-Welterbe näher bringen können.“

Links: Ein Ranger des Biosphärenreservates Südost-Rügen bei der englischsprachigen Führung zum Jagdschloss Granitz
Mitte: Peter Lehmann (Marketing Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL) im Gespräch mit Bäckermeister Peters und anderen Teilnehmern
Rechts: André Kretzschmar begeisterte die Gäste für die Altstadt der Hansestadt Stralsund
Fotos: Katrin Bärwald

In gemeinsamen Workshops und auf Führungen durch den Nationalpark, das Biosphärenreservat Südost-Rügen und die Altstadt von Stralsund wurde über nachhaltigen Qualitätstourismus diskutiert, Erfahrungen und Ideen ausgetauscht und konkrete Produkte entwickelt. Dabei können regionale Unternehmen als „Botschafter“ des UNESCO-Gedankens fungieren, so das gemeinsame Credo. „Hierzu zählen zum Beispiel die Bäckerei Peters und die Häfen von Sassnitz und Mukran“, zählt Peter Lehmann vom Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL auf, „denn die Gäste, die auf dem Seeweg in die Stadt kommen, haben wir bislang nicht erreicht“.

Das Meeting fand zum 5. Mal statt. Noch im September diesen Jahres wird die Stadt Karlskrona Gastgeber für eine Konferenz, zu der auch Akteure und Botschafter weiterer UNESCO-Welterbestätten im baltischen Raum eingeladen werden.

Hier geht es zum Beitrag bei Rügen-TV

Näheres zur Welterbe-Stadt Stralsund

Hintergrund DUNC

DUNC – Development of UNESCO Natural & Cultural Assets (Entwicklung des UNESCO Natur- und Kulturvermögens)

Im Einklang mit den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung und den UNESCO-Richtlinien für nachhaltigen Tourismus arbeitet DUNC im Auftrag der Welterbestätten im gesamten südlichen Ostseeraum zusammen, um Menschen zu vernetzen und Tourismusstrategien zu entwickeln, die zum Aufbau von inklusiven Gemeinschaften beitragen, für ein zukunftsfähiges Wirtschaftswachstum sorgen und das Erbe der künftigen Generationen sichern.

Projektpartner:

  • Kommune Karlskrona (Schweden)
  • EUCC-Europäische Küstenunion (Deutschland)
  • EUCC-Ostseebüro (Litauen)
  • Kommune Mörbylangs (Schweden)
  • Nationalpark Kurische Nehrung (Litauen)
  • Tourismuszentralen Stralsund mit den assozierten Partnern Nationalpark Jasmund und Biosphärenreservat Südost-Rügen
  • Tourismuszentrale Wismar

gefördert mit Mitteln der Europäischen Union im Programm INTERREG South Baltic


Hintergrund UNESCO-Welterbe „Alte Buchenwälder“

Die wertvollsten Wälder des Nationalparks Jasmund wurden im Jahr 2011 als UNESCO-Welterbe anerkannt. Seitdem stehen der Nationalpark und das Nationalpark-Zentrum im internationalen Verbund und es werden verschiedene Kooperationen gelebt. So sind die Welterbestätten Alte Buchenwälder eine europäische Familie, die seit 2017 bereits 78 Städten in 12 Ländern verbindet.


Hintergrund UNESCO-Welterbeforum NPZ KÖNIGSSTUHL

Der 2017 von der Kanzlerin eröffnete Wanderstützpunkt UNESCO-Welterbeforum nahe der Hafenstadt Sassnitz ist dem UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwälder gewidmet. Naturfreunde können sich direkt am Weltnaturerbe über das Phänomen Alte Buchenwälder informieren oder einfach nur im Grünen verweilen und die Seele baumeln lassen. Die Informationsstelle wird vom Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL betrieben.

Born, 30.04.2019
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