Gefährdende Bäume müssen weichen

Ab dem 15. Februar 2018 werden an der Stadtkante von Sassnitz wieder Baumfällarbeiten im Nationalpark durchgeführt. Nachdem im Jahr 2017 an der Waldkante und am Wanderweg am Wedding gefährdende Bäume gefällt werden mussten, sind im diesen Jahr weitere Abschnitte vorgesehen (siehe Karte ganz unten):
• L 303 vom E-Werk bis Einfahrt Werder
• Stadtkante zwischen Tierpark, Söderblomhaus und Stubbenkammerstraße
• oberhalb Bachstraße ab E-Werk bis Kreidebruch
• oberhalb Waldmeisterstrasse
• Stubnitzweg/Merkelstraße hinter den Garagen.


Der Nationalpark direkt vor der Haustür, manch einer träumt davon. An der Stadtkante Sassnitz entstehen durch die unmittelbare Nachbarschaft zum Schutzgebiet jedoch auch schwierige Situationen. Eng grenzen bebaute Flächen und Naturwälder aneinander. Um die Menschen und die waldnahen Bebauungen vor umfallenden Bäumen zu bewahren, werden immer wieder Eingriffe in alte Baumbestände notwendig. Besonders Bäume mit Pilzbefall, abgestorbene und unterständige Bäume, schräg zum Licht stehende Exemplare und Bäume mit Schäden durch eingewachsenen Fremdkörper oder angeschüttete Stammfüße müssen entnommen werden, bevor sie zur Gefahr werden. Damit die stadtnahen Waldsäume eine langfristige Stabilität entwickeln können, ist Augenmaß gefragt. Revierleiter Rico Markmann prüft sorgfältig, welche Bäume zudem weichen müssen, damit die verbleibenden sich zu stabilen Buchen entwickeln können.
Die vom Fachmann angezeichneten Bäume werden durch ein Unternehmen gefällt, zerkleinert und größtenteils abgefahren. Wo die gefällten Baumteile die Arbeiten nicht behindern, bleiben diese liegen. Insekten und Pilzen nutzen als Totholz als Lebensraum und produzieren daraus Humus.

Rico Markmann, Revierleiter im Nationalpark Jasmund,
erläutert warum einzelne Bäume oder auch Baumgruppen
gefällt werden müssen.

Foto: K. Bärwald


Buchen, die direkt auf Kreide und am Hang wachsen, können leicht den Halt verlieren.
Foto: I. Stodian





Viele ältere Buchen an der Stadtkante sind im Inneren von Weißfäule gekennzeichnet und verlieren damit ihre Stabilität.
Foto: I. Stodian


Im Anschluss an die Arbeiten an der Stadtkante geht es an der L 303 weiter. Die Zeit der Straßensperrung ab dem 26. Februar wird genutzt, um auch hier weitere Sicherungsarbeiten durchzuführen. Bis zum Einsetzen der Vogelbrut werden auch hier die Waldsäume so aufgelichtet, dass an der öffentlichen Straße keine gefährdenden Situationen entstehen und sich stabile Waldsäume entwickeln können.
Für Wanderer und Radler gilt nach wie vor: Augen auf im Wald! Wurzeln und herabfallenden Äste sind typische Gefahren in jedem Wald und ganz besonders in naturbelassenen Wäldern. Hier muss jeder Besucher auf sich selbst achten. Die Säge kommt an Rad- und Wanderwegen nur ausnahmsweise zum Einsatz, wenn eine akute Gefahr droht.
Wenn, wie hier im am Wedding, Baumriesen zur Gefahr
werden, müssen auch im Nationalpark Buchen gefällt werden.
Foto: K. Bärwald

Weitere Informationen: Wenn Baumriesen zur Gefahr werden.


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