Die Kreideküste sicher erleben


Dr. T. Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt, informierte die Medienvertre-ter am 8. Mai 2017 vor Ort im Nationalpark über Gefahren an der Kreideküste und wie diese Landschaft sicher erlebt werden kann. Anlass war der tragische Unfall einer Hamburger Touristin an der Kreideküste am 22.04.2017.

Dass die berühmten Kreidefelsen so weiß strahlen, hat einen wichtigen Grund. Die Küste befindet sich dort in ständiger Dynamik, Teile der Felsen rutschen immer wieder ab. Wasser, Wind, Wellen und Frost sind die Baumeister dieser bis zu 118 Metern aufragenden Kreidefelsen. „Diese Dynamik ungebremster Naturprozesse ist in Nationalparks gewollt und geschützt. Gleichzeitig sollen die Menschen die Naturschönheiten dieser besonderen Wildnis erleben dürfen“, führte Minister Dr. T. Backhaus ein.

Der Hochuferweg zählt zu den schönsten Wanderwegen Deutschlands und ermöglicht das Erlebnis Kreideküste auf einer Länge von etwa 12 Kilometern. Immer wieder werden Blicke auf das Küstenpanorama frei.

Wenn Abbrüche die Sicherheit des Weges gefährden, wird der Wegeverlauf durch die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung zurückverlegt. Im Nationalpark gilt das Wegegebot. Über 80 Schilder warnen zusätzlich vor den Gefahren der Steilküste. Dennoch gibt es immer wieder Besucher, die trotzdem abseits des Weges zu nahe an die Steilküste herantreten, häufig für ein besonderes Foto. Oft werden alte Wegverläufe nahe der Uferkante begangen und es wird außer Acht gelassen, dass die Kliffkante teilweise unterhöhlt ist. Sichere Absperrungen lassen sich auf unsicherem Grund nicht errichten und werden zudem ebenfalls von einigen Besuchern ignoriert.
„Wir können und wollen nicht alles absperren“, resümierte der Minister. „Die Einheimischen kennen die Gefahren, für die Gäste müssen wir weitere Wege finden, um sie besser aufzuklären.“

Das Spazierengehen am Fuße der Klippen birgt die Gefahr, von herabstürzenden Kreidemassen, großen Steinen oder Bäumen getroffen zu werden oder auch in ei-nem Schuttkegel aus Kreideschlamm stecken zu bleiben. Deshalb wird Wanderern die Route auf dem Hochuferweg empfohlen. Ein Abstieg zum Strand ist bei Sassnitz und etwa auf der Hälfte des Hochuferweges, am Kieler Bach, möglich.

„Der Nationalpark mit der berühmten Kreideküste soll für die Menschen erlebbar bleiben. Das erfordert einen verantwortungsvollen Umgang der Menschen mit der Natur und auch einen verantwortungsvollen Umgang der Menschen mit sich selbst und auch mit anderen Gästen. Vor Leichtsinn können wir die Menschen nicht schützen. Wer sich an die Regeln hält, wird auch künftig die Kreideküste gefahrlos erleben können.“


Die blauweiße Markierung des Wanderweges am Hochufer wurde kürzlich aufgefrischt und und gibt deutlich sichtbar den sicheren Wegeverlauf vor.
Foto: K. Bärwald

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