Hintergrund

Wenn Baumriesen zur Gefahr werden

Information zu Baumfällarbeiten im Nationalpark Jasmund

Im Nationalpark gilt das Motto Natur Natur sein lassen.

Die Buchenwälder dürfen hier alle Phasen ihrer natürlichen Entwicklung durchlaufen, vom Keimen junger Bäume, über hallenähnliche Reifestadien bis hin zum Zerfall großer Baumriesen. Gerade alte und dicke Bäume und deren Zusammenbruch oder herabfallende Baumteile schaffen Strukturen und Nischen, die ein Großteil der typischen Buchenwaldarten zum Überleben dringend braucht. So sind Fledermäuse und Spechte auf Baumhöhlen angewiesen, seltene Pilz- und Insektenarten auf vermodernde Stämme am Boden oder auf Baumstümpfe. Die ganze Vielfalt im Buchenwald typischen Tier- und Pflanzenarten braucht das mosaikartige Nebeneinander aller Waldstadien, von den kleinen Bäumchen bis zu den alten und abgestorbenen Riesen.

Die UNESCO erkannte die ältesten und wertvollsten Buchenwälder im Herzen des Nationalparks als Weltnaturerbe an.

An der Grenze zwischen Nationalpark und Siedlungsbereichen und an öffentlichen Straßen geht Sicherheit vor.

Auch im Nationalpark gilt die Pflicht zur Verkehrssicherung an öffentlichen Straßen und angrenzend an Bebauungen. Das schließt ein, dass dort die Bäume regelmäßig kontrolliert werden. Geschulte Mitarbeiter des Nationalparkamtes sehen sich zwei Mal im Jahr die betreffenden Bäume an. Sie nehemen damit die Pflichten des Landes MV als Waldeigentümer wahr. Sobald von den sachkundigen Prüfern eine Gefahr festgestellt wird, erfolgen auch im Schutzgebiet Eingriffe in die sonst streng geschützte Natur.

Viele alte Randbäume machen viele Maßnahmen erforderlich.

Im Lauf der letzten zwei Jahrzehnte sind die Nationalparkwälder an der Stadtkante und an den Straßen in immer höhere Alter hinein gewachsen. Dadurch nimmt der Anteil an Bäumen, die abzusterben oder umzukippen drohen, immer weiter zu. Gegenwärtig sind zeitgleich viele Bereiche an der Stadtkante Sassnitz und den Straßen davon betroffen.

Das Waldbild am Nationalparkrand wird sich verändern – die Wildnis im Innern bleibt davon unberührt.

Wenn große ausladende Bäume fallen müssen und davon zudem mehrere, wird das gewohnte Bild des Waldrandes ganz augenscheinlich verändert. Grundsätzlich bleiben die gefällten Bäume als Lebensraum für die Buchenwaldarten liegen. Wenn zu große und zu viele Baumteile den Fortgang weiterer Sicherungsarbeiten behindern oder schlicht keinen Platz in unmittelbarer Siedlungs- oder Straßennähe haben, werden sie abgefahren und verwertet. Die Kronenteile bleiben auf der Fläche. Sie schützen den Boden und verschaffen der nächsten Baumgeneration gute Startbedingungen.

An den Wanderwegen wird nur bei akuten Gefahren in den Baumbestand eingegriffen.

Im Gegensatz zu den strengen Prüf- und Sicherheitsregularien an öffentlichen Straßen, gilt für Rad-, Reit- und Wanderwege:

Herabstürzende Baumteile stellen im Wald eine typische Gefahr dar, mit der jeder Waldbesucher rechnen muss. Hier ist die Achtsamkeit jedes einzelnen notwendig, also ein regelmäßiger Blick nach oben oder das Meiden von Waldbesuchen bei starkem Wind oder anderen ungünstigen Witterungen, wie Nassschnee auf den Zweigen.

Nationalparkamt Vorpommern, Dezember 2016

Kontakt:

Nationalparkamt Vorpommern
Stubbenkammer 2a
18546 Sassnitz
Tel.: 038392 – 35011

Nationalparkamt Vorpommern
Im Forst 5
18375 Born
Tel.: 038234 – 502 0
Email: poststelle@npa-vp.mvnet.de


Aktuell finden entlang der Stadtgrenze von Sassnitz umfangreiche Baumfällungen statt. Die Buchen sind geschädigt und stellen eine Gefahr für angrenzende Häuser dar.
Es sind keine Buchen des UNESCO-Welterbes betroffen, siehe Karte!

Foto: K. Bärwald

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