Mit dem Bergwaldprojekt im Einsatz für die Artenvielfalt

Vom 28. September bis 11. Oktober 2025 engagieren sich insgesamt 40 Freiwillige aus ganz Deutschland erneut im Nationalpark Jasmund in der Offenlandpflege. Mit dem Einsatz werden die Teilnehmenden auch für einen achtsamen Umgang mit den Ressourcen sensibilisiert.

Freiwillige Helfer beim Bergwaldprojekt räumen das Schnittgut weg mit Hilfe einer großen Plane. © Bergwaldprojekt e.V. | E. Fischer
Freiwillige mit dem Bergwaldprojekt e.V. im Einsatz

In Zusammenarbeit mit dem Nationalparkamt Vorpommern und unter der Anleitung von Marie Wuropulos vom Bergwaldprojekt e.V. führen die Teilnehmenden Entbuschung und Mahd von ehemaligen Kreidebrüchen durch, damit der Lebensraum für seltene Orchideen erhalten bleibt. Sie mähen Pfeifengraswiesen und schaffen das Schnittgut von der Fläche. Die ersten Tage des Projekts sind bereits vorbei und verliefen sehr erfreulich. „Mit großem Engagement schaffte die Gruppe von Ehrenamtlichen am ersten Tag so viel wie sonst an drei Tagen“ sagt Dr. Ingolf Stodian, Leiter des Dezernats Jasmund.
 

Die Einsatzwochen werden von Bildungsarbeit begleitet und setzen die durchgeführten Arbeiten in einen größeren Umwelt- und Nachhaltigkeitszusammenhang. In jeder Bergwaldprojekt-Woche ist zudem eine Exkursion vorgesehen, bei der die vielfältigen Aspekte des Ökosystems vor Ort näher beleuchtet und seine Bedeutung und Bedrohung besser verständlich gemacht werden. Das konkrete Beispiel hilft dabei, die globalen ökologischen Krisen zu veranschaulichen.
 

Untergebracht werden die Helferinnen und Helfer für die Wochen in einem Gruppenhaus in Mehrbettzimmern. Ein Koch des Bergwaldprojekts sorgt für eine vegetarische, biologische und möglichst regionale und saisonale Verpflegung der Ehrenamtlichen.
 

Dr. Ingolf Stodian erklärt zu diesem Einsatz: „Die Naturraumausstattung im Nationalpark Jasmund ist sehr vielschichtig. Darunter befinden sich einige kleine pflegeabhängige Bereiche, die wegen ihrem Arteninventar von überregionaler Bedeutung sind. Diese europaweit seltenen und unter Schutz stehenden Lebensräume zu erhalten, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir sind sehr froh, dass wir mit Bergwaldprojekt e.V. einen verlässlichen Partner für die Umsetzung dieser Aufgabe an unserer Seite haben.“ Marie Wuropulos vom Bergwaldprojekt ergänzt: „Die Teilnehmenden lernen bei ihrer Arbeit nicht nur die enorme Bedeutung von Biodiversität für das Leben kennen, sondern entwickeln auch eine neue Beziehung zur Natur. Die in der Woche gemachte Erfahrung der Selbstwirksamkeit motiviert die Teilnehmenden oftmals auch darin, den eigenen Alltag naturverträglicher und damit zukunftsfähiger zu gestalten.“

Bergwaldprojekt e.V.

 

Das Bergwaldprojekt organisiert seit 35 Jahren Freiwilligeneinsätze im Wald, Moor und in Offenlandschaften. Dieses Jahr bringt der Verein mit seinen Einsatzwochen in Deutschland mehr als 5.000 Freiwillige in die Natur. Dazu finden 190 Projektwochen an gut 100 verschiedenen Standorten in allen Regionen Deutschlands statt. Ziele der Arbeitseinsätze sind, die Biodiversität und die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu schützen, zu erhalten und wiederherzustellen. Außerdem wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst gemacht und die Gesellschaft zu einem naturverträglichen und sozial gerechten Umgang mit den begrenzten natürlichen Ressourcen bewegt. Im Herbst 2025 finden zudem 11 einzelne Arbeitstage statt, an denen unter anderem standortheimische Bäume gepflanzt werden. Mehr Infos zu den Einsatztagen gibt es hier.