Fledermaus-Entdeckungstour

Mit Fledermausdetektor und Quizfragen ausgerüstet, erkundeten Kinder und Jugendliche den nächtlichen Wald im Nationalpark Jasmund zum internationalen „Youth in Parks Day".

Fledermaus sitzt kopfüber an einem Baum, auffällig sind die großen, spitzen Ohren © Ingolf Stodian
Braunes Langohr ist eine Waldfledermausart, die bevorzugt Baumhöhlen und Spalten aufsucht.

Wenn die Sonne untergeht, wird es im Nationalpark erst richtig spannend. Während die meisten Menschen langsam zur Ruhe kommen, beginnt für Fledermäuse die aktive Zeit. Sieben Kinder und Jugendliche sowie das Team der Umweltbildung machten sich deshalb im Rahmen des internationalen „Youth in Parks Day 2026“ der EUROPARC Federation auf eine nächtliche Entdeckungstour. Sie erlebten den Nationalpark einmal aus einer ganz anderen Perspektive. Der Fokus lag auf den nachtaktiven Säugetieren, denn sie sind perfekte Botschafter für das diesjährige Motto „Parks after Dark“.
 

Ausgerüstet mit Fledermausdetektoren ging es in der Dämmerung in den Wald. Spielerische Aktionen und Quizfragen vermittelten Wissenswertes über die faszinierenden Flugkünstler und ihre besonderen Lebensweisen. Mithilfe der Detektoren konnten einige Fledermäuse aufgespürt und ihre für uns normalerweise nicht hörbaren Rufe hörbar gemacht werden. Mit zunehmender Dunkelheit wurde auch der Spaziergang durch den Wald zu einem besonderen Erlebnis.
 

Zu den Fledermäusen, die im Nationalpark Jasmund vorkommen, gehören unter anderem Zwergfledermaus und Braunes Langohr. Die flinke Zwergfledermaus ist mit wenigen Gramm Körpergewicht und der Größe einer Streichholzschachtel die kleinste Fledermaus Deutschlands. Der Winzling macht Jagd auf kleine Fluginsekten. Das Braune Langohr hingegen fällt durch seine auffällig großen Ohren auf. Es ortet seine Beute mithilfe von Ultraschall und kann Insekten sogar direkt von Blättern und anderen Oberflächen absammeln. Der geschickte Flieger bevorzugt Quartiere in Baumhöhlen und Spalten.
 

Zum Abschluss stand eine letzte Runde „Fledermaus und Motte“ auf dem Programm. Dabei konnten die Kinder und Jugendlichen selbst erfahren, wie Fledermäuse ihre Beute mithilfe des Gehörs orten. Müde, aber mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen ging es anschließend nach Hause.
 

Elisabeth, die Commerzbank-Umweltpraktikantin, unterstützt aktuell die Umweltbildung auf dem Jasmund. Sie nimmt aus diesem Ausflug ihre ganz eigenen Erfahrungen mit: „Mir hat es besonders viel Spaß gemacht, mich in ein Thema reinzuarbeiten, von dem ich davor nur recht allgemeines Wissen hatte. Das dann auch nochmal so aufzuarbeiten, dass man es Kindern näherbringen kann, ist eine ganz andere Herausforderung gewesen. Die Teilnehmenden wollten sogar noch mehr Quizfragen beantworten, als ich vorbereitet hatte. Als ich mir spontan noch welche einfallen lassen habe, merkte ich, wie viel ich selber auch bei der Vorbereitung gelernt habe.“
 

Ein herzlicher Dank geht an das Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL und das Naturerbe Zentrum Rügen für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung bei der Veranstaltung.


Hintergrund

Der „Youth in Parks Day“ wird von der EUROPARC Federation ausgerichtet und bringt junge Menschen in ganz Europa mit Schutzgebieten und deren Natur zusammen. Der Aktionstag am 15. September stand 2026 unter dem Motto „Parks after Dark“ und lenkte den Blick auf das nächtliche Leben in Europas Nationalparks und anderen Schutzgebieten. Denn dann beginnt für viele Tiere erst der spannende Teil des Tages.