Neujahrsempfang im Nationalpark Jasmund

30 Jahre Nationalpark

Das 30-jährige Jubiläum des Nationalparks Jasmund stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfanges.


Am 1. Februar folgten etwa 100 Gäste der Einladung von Mark Ehlers, dem Geschäftsführer des Nationalpark-Zentrums KÖNIGSSTUHL, und Gernot Haffner, dem Leiter des Nationalparkamtes Vorpommern, in das Nationalpark-Zentrum. Nach den Festreden und begleitet von anregenden Gesprächen, wurde die Ausstellung der Michael-Succow-Stiftung und dem Greifswald Moor Centrum “Moor muss nass” präsentiert.

Den herzlichen Empfang im Nationalpark-Zentrum nutzten etwa 100 Gäste für einen anregenden Austausch.

Vor 30 Jahren, am 12. September 1990, beschloss die letzte gewählte Volksvertretung der DDR die Gründung von 5 Nationalparken und schrieb damit Naturschutzgeschichte. Zwei der maßgeblichen Väter der Schutzgebiete, Prof. Dr. H. D. Knapp und Dr. Leberecht Jeschke, weilten unter den Gästen. Prof. Knapp erinnerte daran, dass Leberecht Jeschke bereits vor 60 Jahren die Idee in die Welt setzte, hier einen Nationalpark zu gründen, nachdem er als Botaniker seine Dissertation über den Jasmund schrieb.
Minister Dr. Till Backhaus dankte den beiden und allen, die mit ihrem Wirken zum Entstehen und auch zum Bewahren der Nationalparke beigetragen haben. Er sieht die Nationalparke als Teil des Rettungspaketes unserer Erde und den Osten Deutschlands als ökologisches Rückgrat der Bundesrepublik. “45,5 Prozent des Landes Mecklenburg-Vorpommerns stehen unter Schutz. Von 2.200 Nationalparken weltweit liegen 3 in unserem Bundesland. Wir alle können stolz darauf sein, dass wir das haben. 30 Prozent des touristischen Umsatzes in MV wird mit Schutzgebieten gemacht. Auch die Akzeptanz ist gestiegen. 95 % der Einwohner sagen heute, dass die Festsetzung der Nationalparke eine richtige Entscheidung war.”
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel grüßte per Videobotschaft. Dass die Nationalparke auch ihr eine Herzenssache sind, überzeugte die Anwesenden. Sie sieht den Königsstuhl auch als Symbol für Deutschland und wünscht Erfolg für den Bau des Königsweges.

Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, ist sich sicher, “Naturschutz profitiert noch heute von dem damals ausgelösten Schwung. Natur Natur sein lassen, nur so kann das großartige Erbe für künftige Generationen erhalten werden. Die Deutschen lieben Wildnis und Wälder und wollen das erleben. Gerade Nationalparke zeigen, wie es ist, wenn Menschen ausnahmsweise nicht in die Natur eingreifen.”

Auch ihr Vorgänger im Amte, Dr. Klaus Töpfer, gratulierte ebenfalls über die Videoleinwand. Er prägte damals den Satz: “Das ist das Tafelsilber der deutschen Einheit.”, und wünscht, dass dieses Tafelsilber in ganz Deutschland hochgehalten und gegen Anstürme verteidigt wird.

Videogrüße von Küste zu Küste gab es aus dem Nachbarland Schleswig-Holstein. Dr. Peter Südbeck, Nationalparkchef im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer und Vorsitzender des Dachverbandes Nationale Naturlandschaften e. V., sagte: “Uns verbinden Schweinswal und Kegelrobbe und vor allem, dass eine große Biodiversität geschützt wird.”

Prof. Dr. Michal Otto, Umweltstiftung Michael Otto, ist es ein sehr persönliches Anliegen, die Welterbestätte zu erhalten. “Damit alle den Herzschlag der Buchenwälder auf der Insel Rügen spüren und um diesen Nationalpark zu stärken, habe ich mich hier in vielen Projekten mit meiner Stiftung engagiert.”

Alle Gratulanten einte der Wunsch, dass diese besondere Natur für die Zukunft erhalten bleibt, auch als Lernort für die nächsten Generationen.

Einen Blick auf den Wandel im Laufe der 30 Jahre des Nationalparks präsentierte Gernot Haffner. Zu den Meilensteinen im aktiven Management des Schutzgebietes zählte der Aufbau einer passenden Infrastruktur für die große Anzahl der Besucher. Die Wälder wurden nach Initialmaßnahmen ganz der Natur übergeben und die Moore funktionieren wieder als aktiver Wasser- und CO2-Speicher. Das Nationalpark-Zentrum zählt zu den renommiertesten und besucherstärksten Info-Zentren in Deutschland und konnte um das UNESCO-Welterbeforum im Herzen des Schutzgebiets erweitert werden.

Aktuell, am Ende eines Straßenbauprojektes mit vielen Herausforderungen, dankte Mark Ehlers allen daran Beteiligten. Er freut sich über die zunehmenden Besuche der Insulaner im Zentrum sowie über die bewährte Zusammenarbeit mit den Partnern. Er schaut zuversichtlich in die Zukunft: “Zentrales aktuelles Vorhaben, neben dem Bau des Königsweges, ist die Neugestaltung der Ausstellung im Nationalpark-Zentrum. Verschiedene Veranstaltungen unter dem Motto ’30 Jahre Nationalpark Jasmund’ werden das Jahr begleiten”, lautete sein Ausblick auf das Jubiläumsjahr.

Als Erinnerung an die Vergangenheit und als Kompass für die Zukunft dient ein Geschenk von Jochen Lamp, WWF Deutschland, einem der Väter des Zentrums. Er übergab eine Kompassscheibe aus dem, damals am Standort des Zentrums stehenden NVA-Turm.

Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL
Nationalparkamt Vorpommern


Minister Dr. Till Backhaus mit Dr. Leberecht Jeschke und Gernot Haffner (v.l.) im Gespräch. Angesichts aktueller Rutschungen am Standort der alten Treppe betonte er nochmals: “Hier kann es keinen Abstieg geben.”

Im Kino des Nationalpark-Zentrums würdigten die Festredner die 30 Nationalparkjahre. Hier Minister Dr. Till Backhaus.

Fotos: Peter Lehmann

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