Nationalparkamt rückt näher an die Bürger

Was lang währte wurde endlich gut – ein Schmuckstück für die Historie der Stadt Sassnitz und ein modernes Gebäude für die Nationalparkverwaltung.


(v.l.) Landrat S. Kehrt, Bürgermeister F. Kracht, Dezernent I. Stodian, Amtsleiter G. Haffner (beide Nationalparkamt Vorpommern) und Abteilungsleiter im Landwirtschaftsministerium, H-J. Schreiber, enthüllen den Aufsteller vor dem Eingang des neuen Sitzes der Nationalparkverwaltung.

Am 7. Dezember übernahm Dr. Ingolf Stodian, Leiter der Außenstelle für den Nationalpark Jasmund, feierlich den Schlüssel von Herrn Siegfried Adelsberger, dem Geschäftsführer der Wärmeversorgung Rügen GmbH (WVR). Die WVR hat als Bauherr und Vermieter das Schicksal der alten Schule in die Hand genommen. „Nun ist nach 10 Jahren endlich der Leerstand des historischen Gebäudes überwunden,“ freute sich Bürgermeister Frank Kracht gemeinsam mit seinem Amtsvorgänger Dieter Holtz, der seiner Zeit die Restaurierung und heutige Nutzung auf den Weg brachte. Dass der Nationalpark und die Stadt damit noch näher zusammenrücken, dass das Miteinander und gegenseitige Verständnis mehr Raum brauchen, ist beiden eine Herzensangelegenheit. Auch der Leiter des Nationalparkamtes Gernot Haffner betonte: „Wir werden näher bei den Menschen sein“ und sieht in dem exklusiven Standort und der guten Erreichbarkeit der Verwaltung für die Bürgerinnen und Bürger beste Voraussetzungen. Gleichzeitig dankte er seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die lange auf angemessene Arbeitsbedingungen warten mussten, für ihre Geduld und ihren Einsatz. Zu einem Tag der offenen Tür wird der Amtsleiter alle Bürgerinnen und Bürger im Januar in die Stubbenkammerstraße 1 einladen.


Auf der Eröffnungsfeier mit etwa 50 Gästen übergibt Siegfried Adelsberger den Schlüssel an Ingolf Stodian. Mit einem „Herzlich willkommen, die Türen stehen für alle offen“ begrüßte der Dezernent des Nationalparkamtes die ersten Gäste seines neuen Domizils.

Stellvertretend für den erkrankten Landwirtschaftsminister, Dr. Till Backhaus, sprach Abteilungsleiter Hans-Joachim Schreiber zu den etwa 50 Gästen. „Der kleineste Nationalpark Deutschlands ist mit seiner Anerkennung als UNESCO-Weltnaturerbe national und international bekannt und anerkannt. Das Nationalparkzentrum Königsstuhl ist eines der beliebtesten und besucherstärksten Umweltbildungszentren im Land und darüber hinaus. Das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Nationalparkzentrum Königsstuhl gGmbH, die vom WWF und der Stadt Sassnitz getragen wird, arbeiten hervorragend zusammen. In den zurückliegenden Jahren wurden für die Region im gesamten Gebiet attraktive Angebote und eine gut ausgebaute Infrastruktur für Einheimische und die Besucher entwickelt. Neue Projekte sind geplant, die sicherstellen sollen, die Qualität der Angebote zu wahren.“


Die Türen des zuletzt als Förderschule genutzten Gebäudes sind während der Dienstzeiten der Nationalparkverwaltung offen für alle, die sich in der Erstinformation einen kurzen Überblick zum Nationalpark verschaffen oder die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sprechen wollen.

Der langjährige Prozess von der Idee, dem Nationalpark in der Stadt Sassnitz ein Dach für eine Erstinformation und für die Verwaltung zu geben, bis zur Unterschrift des Mietvertrages durch das Land MV glich einem Hürdenlauf, den einige der anwesenden Beteiligten noch gut in Erinnerung hatten. Etwas Kondition gehörte schon dazu. Das war auch den aktiven Bauherren anzumerken. Ganz sportlich wurde im letzten Jahr entrümpelt, umgebaut und von Grund auf saniert. Vom genehmigten Bauantrag bis zur Schlüsselübergabe dauerte es dann nur ein Jahr. Und das, obwohl auch dieses historische Haus mit Überraschungen, wie Schwammbefall, die Pläne und Kalkulationen kreuzte. Nun strahlt das helle Gebäude mit seinen großzügigen und lichten Aufgängen und Räumen, mit feinen Akzenten in den Wandfarben und Fußböden gleichzeitig Ursprünglichkeit und Moderne aus. Alle Funktionalitäten bis hin zum Brandschutz wurden berücksichtigt.


Einst Klassenzimmer heute Erstinformation – der Raum wird schrittweise mit Informationsmodulen ergänzt und für Veranstaltungen genutzt.

Besucher erhalten im ersten Raum links auf Informationstafeln einen kleinen Überblick über das Gebiet. Die Erstinformation soll schrittweise um weitere Module und Informationsangebote ergänzt werden. Gleich gegenüber stehen Räume für die Umweltbildung zur Verfügung. So können die Angebote für Junior Ranger und andere Kindergruppen auch bei widrigem Wetter stattfinden. „Die einstige Bildungsstätte wird nun für den Bildungsauftrag des Nationalparks genutzt.“ Mit diesen Worten verlieh Herr Adlesberger seinem Anliegen Nachdruck, dass die Bedarfe an Bildungsangeboten für die kommenden Generationen längst nicht gedeckt sind. Nun laden die Räume ein zur Kommunikation und Bildung rund um den Nationalpark und sind gleichzeitig ein Stück lebendiger Stadtgeschichte. Auch Stadtarchivar Frank Biederstedt blickte an diesem Freitag mit einem zufriedenen Lächeln durch seine Kamera.

Fotos: K. Bärwald

Hintergrund

Zum Gebäude

Das Haus wurde 1892 als neues Schulgebäude mit zunächst zwei Klassenräumen und zwei Lehrerwohnungen erbaut. 1899 wurde der nördliche Anbau errichtet, der sich stilistisch am vorhandenen Gebäude orientierte. Der Schulbetrieb an der ehemaligen Gemeindeschule und späteren Förderschule wurde im Jahr 2008 eingestellt.
Die Stadt Sassnitz als Eigentümerin der Schule verkaufte das Gebäude an die Wärmeversorgung Rügen GmbH (WVR). Die WVR handelte mit dem Land MV einen Mietvertrag zur langfristigen Nutzung als Verwaltungssitz für den Nationalpark Jasmund aus und übernahm die komplette Sanierung bis zur schlüsselfertigen Übergabe.
Im Erdgeschoss befinden sich Veranstaltungsräume, einschließlich einer Erstinformation für Besucher, WCs und Räume für die Umweltbildung. Im Obergeschoss sind die Büros der Mitarbeiter untergebracht.

Zur Nationalparkverwaltung

Der Nationalpark Jasmund wird, wie auch der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, vom Nationalparkamt Vorpommern mit Sitz in Born verwaltet. Das Amt ist innerhalb der Grenzen der Parks gleichzeitig untere Forst- und Naturschutzbehörde. Zur Außenstelle Jasmund zählen neben dem Dezernenten für Gebietsbetreuung Nationalpark Jasmund, Dr. Ingolf Stodian, der Revierleiter Rico Markmann, dem 9 Ranger und die Mitarbeiterin für die Umweltbildung Christin Loll unterstehen. Künftig werden ein/e Bürosachbearbeiter/in sowie ein/e Mitarbeiter/in, der den Bereich Forschung und Monitoring unterstützt, das kleine Team verstärken. Darüber hinaus sind in den Sommermonaten regelmäßig Praktikanten zur Unterstützung der Umweltbildung im Einsatz.

Mehr zur Organisation Nationalparkamt:

www.nationalpark-jasmund.de/index.php?article_id=193

Nationalparkamt Vorpommern

10.12.2018

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