Die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte

80 Freiwillige legen mit dem Bergwaldprojekt e.V. vier Wochen

Hand an für die Moore im Nationalpark Jasmund

Was im letzten Jahr mit viel Einsatz und deutlich sichtbarem Erfolg begonnen wurde, findet in diesem Sommer eine Fortsetzung. Vom 22. Juli bis 18. August 2018 sind wieder insgesamt 80 Freiwillige im Nationalpark unterwegs.
In der ersten Woche machen u.a. 15 ehrenamtliche Studierende des Bachelor-Studiengangs Landschaftsnutzung und Naturschutz der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) Eberswalde den Auftakt. Die Freiwilligen werden in dieser Zeit wieder die historischen Entwässerungsstrukturen in Mooren unwirksam machen, um eine Wiedervernässung der Flächen zu erreichen. Die Studierenden werden das Projekt zusätzlich wissenschaftlich begleiten. Ziele der Einsatzwochen sind, gemeinsam einen konkreten Beitrag zur Verbesserung der ökologischen Situation am Projektstandort zu leisten und die Teilnehmenden auch über die Projektwoche hinaus für eine nachhaltige Lebensweise zu sensibilisieren.


Unter der Anleitung von Lutz Rohland und Henning Rothe vom Bergwaldprojekt e.V. sowie Prof. Dr. Uta Steinhardt, Professorin für Landschaftsökologie und Landnutzungsplanung an der HNE Eberswalde, und unter der Regie von Dr. Ingolf Stodian, Leiter des Nationalparks Jasmund im Nationalparkamt Vorpommern, werden die Freiwilligen an der Wiedervernässung des über Jahrzehnte von Entwässerungsgräben stark gestörten Gewässersystems und seiner Moore arbeiten, um die natürlichen Prozesse im Nationalparks zu unterstützen.

Voller Einsatz in Gummistiefeln – Wasser ist für das Moor gut ist und macht die Arbeit darin anspruchsvoll.
Foto: I. Stodian

Dazu werden die einstigen Entwässerungsgräben des Moors verfüllt und mit Sperrbauwerken aus Holz verschlossen. Die Studierenden begleiten das Projekt in Theorie und Praxis: Sie beschäftigen sich zum Beispiel mit der Frage, ob eine Grabenverfüllung mit Fremdmaterial wie Sägemehl zu Nährstoffeinträgen ins Moor führt.


Wie Schwämme speichern die Moore überschüssiges Wasser in der Landschaft.
Foto: I. Stodian

Ein wichtiges Anliegen dieses Einsatzes ist es, den Schutz der Artenvielfalt und des Klimas zu vermitteln: „Moore sind nicht nur wichtige Rückzugsräume für seltene Tier- und Pflanzenarten“, so Ingolf Stodian vom Nationalparkamt Vorpommern, sondern auch bedeutende Wasser- und Kohlenstoffspeicher.“ Im naturnahen Zustand sind Moore dauerhafte Kohlenstoffsenken – im degradierten Zustand allerdings Quellen für Treibhausgase wie CO2, Methan und Lachgas. Ihr Schutz ist deshalb vorsorgender Klimaschutz. Während der Einsatzwochen sind jeweils auch Exkursionen vorgesehen, um die vielfältigen Aspekte des Moors für die Ehrenamtlichen näher zu beleuchten und deren Bedeutung, nicht nur für den Menschen, besser verständlich zu machen.

Lutz Rohland vom Bergwaldprojekt e.V. weiß außerdem: „Indem sich die Freiwilligen aktiv für ihre Umgebung engagieren, entwickeln sie oftmals auch neue Beziehungen zur Natur. Die freudvollen Erfahrungen aus den Projektwochen bestärken die Teilnehmenden darin, auch den eigenen Alltag naturverträglicher, ressourcenschonender und nachhaltiger zu gestalten, etwa konkret beim Verzicht auf Torf in der Blumenerde. Sie beteiligen sich somit an unterschiedlichen Stellen am gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen Entwicklung.“

Weitere Informationen:

Nationalparkamt Vorpommern, Außenstelle Nationalpark Jasmund
Dr. Ingolf Stodian, Dezernatsleiter
Tel.: 038392 3501123
E-Mail: ingolf.stodian@npa-vp.mvnet.de

Kontakt vor Ort:
Lutz Rohland (Bergwaldprojekt e.V.), Leitung Einsatzwochen vom 22. Juli bis 4. August, mobil: 0174 1335060
Hennig Rothe (Bergwaldprojekt e.V.), Leitung Einsatzwochen vom 5. bis 18. August, mobil: 0160 6779891

Peter Naumann
Pressesprecher Bergwaldprojekt e.V.
Tel.: 0831 512 7635
Mobil: 0171 207 2265
E-Mail: presse@bergwaldprojekt.de

Hintergrund

Bergwaldprojekt e.V.

Das Bergwaldprojekt mit Sitz in Würzburg organisiert deutschlandweit Freiwilligenwochen mit jährlich über 2.000 Teilnehmenden. 2018 finden 100 Projektwochen an 46 verschiedenen Standorten statt. 17 dieser Wochen werden im Rahmen der Waldschule für die biologische Vielfalt in Kooperation mit Bildungseinrichtungen durchgeführt.

Ziel der Arbeitseinsätze ist es, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträgli-chen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen. Mehr Infos und Anmeldung:

www.bergwaldprojekt.de

© 2018 Nationalparkamt Vorpommern - Impressum
.