Mit Hand und Herz für den Moorschutz im Einsatz

In Zusammenarbeit mit dem „Bergwaldprojekt e.V.“ verbringen zurzeit 24 Freiwillige je eine Woche im Nationalpark Jasmund. Ziel ihrer Freizeitwoche sind jedoch nicht die beliebten Panorama-Wanderrouten, sondern die Moore im Schutzgebiet.


Dort errichteten sie in der vergangenen Woche fünf Staubauwerke, fast gänzlich in Handarbeit. Mit einem Gemisch aus Sägespänen und Holzhackschnitzel wurden die alten Entwässerungsgräben verfüllt und mit Binsen bepflanzt. Damit dieser „Stopfen“ nicht ausspült, musste zuvor eine Spundwand aus Holz in den Torf eingebaut werden. In dieser Woche setzen weitere 24 ambitionierte Helfer die Arbeiten fort. Jana, Landschaftsplanerin aus Berlin, ist eine von ihnen. “Ich plane sonst Naturschutzmaßnahmen im Büro und wollte einfach mal selbst mit Hand anlegen.”, begründet sie ihre Motivation.
Viele Moore im Nationalpark Jasmund wurden vor der Ausweisung des Schutzgebietes durch Meliorationsmaßnahmen tiefgründig entwässert. Damit ging ein stetiger Torfschwund einher. In der Folge entwichen klimaschädliche Treibhausgase und wurden Amphibien, wie Rotbauchunke und Kammmolch, und auch Pflanzen, wie Sonnentau und Wollgras, immer seltener.

„Ohne Wasser kein Moor“ – das spürten die Bergwaldprojekt-Helfer bei ihrem Einsatz hautnah.

Alles Handarbeit – schwere Technik würde dem Moorkörper schaden.


„Unsere Aufgabe ist nun die Wiederherstellung der natürlichen Wasserstände in den entwässerten Mooren. Ein gewaltiger Auftrag, weil auf einem Moorkörper der Einsatz von schwerer Technik nicht möglich ist. Deshalb sind die vielen anpackenden Hände eine große Hilfe für unsere Moore und ihre Tier- und Pflanzenwelt.“, freut sich Dr. Ingolf Stodian, der für das Gebietsmanagement zuständige Dezernent des Nationalparkamtes, über die Unterstützung der Helfer aus ganz Deutschland.

„Im Untergrund der Stubnitz wirkt die Kreide als Wasserstau. Die gewaltigen Gletscher der letzten Eiszeit formten dort Senken in die Kreide, in denen sich Moore gebildet haben. Mehr als 100 Moore sind mosaikartig im Nationalpark verteilt. Einige bestehen aus bis zu 10 Meter dicken Torfschichten, “ ergänzt der Dezernent und Geologe zur Geschichte der Jasmunder Moore.

Mehr zum Bergwaldprojekt: www.bergwaldprojekt.de

Die Moore im Nationalpark: mehr


Und so sieht das fertige Staubauwerk aus. Die Natur wird die letzten Spuren bald überwachsen.
Fotos: Ingolf Stodian

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